10. Diverse Reisetips
Folgende Themen werden nachfolgend behandelt:
a la orden
A la orden - bitteschön, zu Ihren Diensten – das hört man in jedem Geschäft und auf jedem Markt. Wer mit europäischem Aussehen (also ein Gringo) ankommt, ist erst einmal ein potentieller Käufer mit viel Geld. An jedem Stand (und davon gibt es viele….) springt einer auf und winkt mit freundlichem „A la orden“ und macht auf seine Ware aufmerksam.
Wer sich in einem Geschäft oder wer sich für einen Service bedankt, erhält in Kolumbien als Antwort „a la orden“.
Strom
Die Stromspannung ist in Lateinamerika 220 Volt. Unsere Stecker (für Zahnbürste, Ladegerät für Kamera) passen in der Regel nicht in die Steckdosen. Man soll sich nicht auf Allround-Stecker verlassen, die man in Deutschland kauft. Mit Sicherheit finden Sie vor Ort auf jedem Markt einen Stand, der Elektrozubehör verkauft. Dort findet man auch einen passenden Adapter.
Eine Taschenlampe ist unbedingt erfroderlich. Da es früh dunkel wird und da der Strom gelegentlich ausfällt, gibt es genügend Momente, bei denen man die Taschenlampe dringend benötigt. Nur Taschenlampen mit Standard-Batterien verwenden, sonst gibt es Schwierigkeiten bei der Nachversorgung.
Schuhputzen
Schuhputzen gehört zum Alltag in Lateinamerika. Jeder caballero läßt sich seine Schuhe putzen. Schuhputzer findet man meist an zentralen Stellen: am Busterminal, auf dem Flughafen, auf dem Marktplatz, in den Hauptverkehrsstraßen.
Gringos tragen meist Sandalen oder Tennisschuhe und können so den Genuß des Schuhputzens kaum kennenlernen. Ich trage zum Glück „normale Schuhe“, so gehört das Schuhputzen bei meinen Reisen zum Alltag.
Schuhputzer sind arme Leute, die sonst keine Einnahmequelle haben. Wenn man sich die Schuhe putzen läßt, so sind das keine Allüren des Kolonialherrschers, der sich von seinen Sklaven bedienen läßt. Vielmehr ist es ein Beitrag zur Altersrente, zur Absicherung eines soliden Arbeitsplatzes.
Schuhputzen kostet je nach Standort (Hauptstadt ist teurer als das Land) zwischen 50 Cent und 1 Euro. Ein guter Schuhputzer braucht ca. 15 Minuten pro Paar. Je nach Land und Region werden mehrere Arbeitsschritte durchlaufen:
- Vorbürsten, groben Dreck entfernen
- Reinigung mit Wasser
- Erstes Einreiben mit Schuhcreme (Farbe Bordeaux = color vino)
- Blank bürsten
- Zweites Einreiben mit Schuhcreme, meist mit den Fingern
- Blank wiehnern mit dem Lappen
- Finales blank bürsten
Ein Tick mit der Bürste auf die Schuhsohle bedeutet: Fuß vom Trittbrett nehmen. Wie üblich fragt man vorher nach dem Preis. Trinkgeld wird selten gegeben.

Sprache
Wer allein durch Lateinamerika reist, sollte spanisch sprechen können. Man kommt natürlich ohne Sprachkenntnisse aus, nur hat man dann weniger von der Reise.
Zwischen S – Z – Ce/Ci wird bei der Aussprache kein Unterschied gemacht. Alle drei Konsonanten werden wie das deutsche S ausgesprochen. Wer sein spanisches „th“ verwendet, wird als arrogant angesehen. Das erleichtert die Aussprache sehr.
„Ser“ und „estar“ sind theoretisch leicht zu unterscheiden. Wenn man schnell spricht, hat man jedoch meist Probleme. Seitdem es mir egal ist, ob ich „ser“ oder „estar“ verwende, komme ich wunderbar klar, und jeder versteht mich trotzdem. Also nur Mut zum Fehler!
Die Verkleinerungsformen machen uns das Leben schwer. Das Baby (bebé) ist ein bebecito, der Moment ist ein momentito, das Auto (carro) ist ein carrito. Daran muß man sich gewöhnen.
Gelegentlich wird man in den Ballungszentren auf Deutsch oder Englisch angesprochen. Das ist meist die Einleitung für irgendein skurriles Geschäft. Ich verstehe dann absichtlich nichts und antworte bewußt nur auf Spanisch. Auf die Frage, woher ich komme, antworte ich oft mit "Transylvania".
Zum Üben der spanischen Konsonanten:
erre con erre Zigarro | nadie roza como Rosa roza. si alguien roza como Rosa roza fue porque Rosa le ensenó a rozar |
se avisa al público de la república, | nadie silba como Silvio silba, si alguien silba como Silvio silba, fue porque Silvio le ensenó a silbar. |
Medizin / Apotheke / Krankenhaus
Man denke bloß nicht, in Lateinmerika sei man medizinisch in einem Entwicklungsland. Apotheken (in Kolumbien = Drogueria, ansonsten Farmacia) gibt es überall, sie sind von 7:00 bis 22:00 Uhr geöffnet. Dort findet man alles von Bayer, Böhringer, Beiersdorf, Hoechts usw. – jedoch wesentlich preiswerter und immer ohne Rezept.
Ich war in Chihuahua, Manizales und Bogotá im Krankenhaus und bin medizinisch und persönlich hervorragend bedient worden – und das für wenig Geld. (Die private Krankenkasse hat alles zu 100% bezahlt).
Gringo
Gringo ist die geringschätzige Bezeichnung für einen Amerikaner. Angeblich soll das Wort „Gringo“ von „Green go“ stammen. Im Krieg von 1846-1848 zwischen Mexico und den USA hatten die amerikanischen Soldaten grüne Uniformen und waren in Mexiko verhaßt. So daß die Mexikaner den Soldaten „Green, go (home)“ zuriefen. (In Wikipedia findet man auch andere Versionen)
Noch heute wird jeder, der wie ein Amerikaner aussieht, als Gringo bezeichnet. Ich habe niemals Probleme mit dieser Bezeichnugn gehabt. Auch wenn ich nach Figur und Aussehen ohne Zweifel als Europäer erkannt werden, habe ich durch Freundlichkeit, Höflichkit und Bescheidenheit überall Freunde gewonnen. Auch wer spanisch spricht (oder es zumindest versucht), ist deutlich im Vorteil. Im Übrigen hat Alexander von Humboldt dafür gesorgt, daß der Deutsche in Lateinamerika einen guten Namen hat. Ein fester deutscher Händedruck á la Old Shatterhand kommt immer gut an.
Tageszeiten
Die Tageszeiten sind anders als in Europa. Man kann pauschal von folgenden Zeiten ausgehen:
- Morgens ums 6:00 Uhr wird es hell
- Abends um 18:00 Uhr wird es dunkel
Der Tage beginnt also früh und endet ebenso früh. Wer alleine durch die Welt reist, kann in vielen Gegenden im Dunkeln nicht mehr ausgehen, da die normale Kriminalität (crimen commun – im Gegensatz zu den Aktivitäten der Guerrillas) ziemlich hoch ist.
Es gilt also, den Tag so aufzuteilen, daß während der Helligkeit alles außerhalb des Hotels / der Unterkunft erledigt wird.
Toiletten

Die Toiletten – besonders auf dem Land - entsprechen nicht dem deutschen Standard. Bringen Sie Ihr eigenes Toilettenpapier mit. Um die Abflußrohre nicht zu verstopfen, wird das Toilettenpapier nicht in die Toilette, sondern in den daneben stehenden Eimer geworfen.




