 Dorf Urubicha mit Schulkindern Das Urwaldorchester von Urubichá
Am Rande des bolivianischen Urwaldes, nicht weit weg von Brasilien und Paraguay liegt das Dorf Urubichá, im Flachland der Region Santa Cruz, Bolivien. Jesuiten brachten im 17. Jahrhundert die Kunst des Geigenbaus und der Barockmusik nach San José de Chiquitos, Bolivien (nahe dem heutigen Santa Cruz). Um 1820 gründeten Franziskanermönche den Ort Ascension de Guarayos, wo heute die Asphaltstraße endet, wenn man von Santa Cruz nach Urubichá reist. Als die Einflüsse der Jesuiten und Franziskaner auf die einheimische Bewohner "zu stark wurden", bremste die spanische Kolonialmacht die Aktivitäten der Mönche. Auch das Musizieren schlief ein. Aber 1996 wurde die Barockmusik wiederbelebt und verbreitete sich schnell, insbedondere seit dem 1. Festival Internacional de Música Barroca Americana Renacentista. (Festival der Musik aus Barock und Renaissance.) Heute bildet Urubicha einen der Schwerpunkte in Bolivien, wo klassische Musik auf klassischen Instrumenten gelehrt und praktiziert wird. Man findet in Urubichá eine Musikschule, in der die Jugendlichen des Dorfes eine perfekte musikalische Ausbildung erhalten. 450 praktizierende junge Musiker gibt es im Dorf, 250 davon besuchen zur Zeit (Anfang 2009) die Musikschule.
 Schwester Ludmila und Pater Walter Geistliche und musikalische Unterstützung erhält die Gemeinde von Urubichá von den Franziskaner Tertiarschwestern aus Hall/Tirol und von Adveniat in Essen/Deutschland. Die Gemeinde wird geleitet von Schwester Ludmila Wolf aus Hall, Tirol, ebenso von Pater Walter Neuwirth aus München. Seit 40 Jahren lebt er schon in Urubicha, spricht aber noch immer perfekt deutsch, denn alle 6 Jahre fährt er für einige Wochen "nach Hause", um den Kontakt zu Deutschland zu pflegen.Schwester Ludmila war bis vor kurzem Leiterin der Musikschule, hat dann aber die Führung abgegeben an Ramiro Barrenozo. Unterstützt wird dieser von Secretario Martín Chuvé.
 Kirche iin Urubichá Die Kirche in Urubicha ist ein Neubau, da die alte Kirche leider nicht mehr zu retten war. Das angrenzende Pfarrhaus stammt noch aus der Kolonialzeit. Dort wohnen Schwester Ludmila, Pater Walter und weitere Bedienstete der Gemeinde.
Die Schule liegt außerhalb des Ortes auf dem Feld und hat circa 20 Räume. Neben Sekretariat und Verwaltungsraum gibt es Übungsräume für- Violoncello, dabei stehen 10 selbst gebaute Instrumente den Schülern zur Verfügung
- Klavier, mit einem "echten" Klavier (leider total verstimmt), einem Cembalo und einem Yamaha-Klavicord.
- Holzbläser, geleitet von Wilson Urazayegua
- Blechbläser
- und weitere
Der Unterricht erfolgt ganztags in zwei Schichten. Morgens musizieren diejenigen Schüler, die nachmittags in der "richtigen" Schule sind, am Nachmittag musizieren die Schüler, die morgens Schule haben.
 Geigenbauer aus Urubichá Die Musikschule hat naturgemäß kaum eigene Mittel, den Unterricht nach europäischen Maßstäben zu gestalten. Es fehlen Mittel für Lehrer, Instrumente, Noten und sonstiges Lehrmaterial. Einen Klavierstimmer gibt es z.B. gar nicht. So ist die Musikschule im fernen Urwald von Urubichá auf Spenden angewiesen.
Die Musiker des Ortes bilden ein großes Orchester und auch einen Chor. (Leider habe ich den Chor nicht hören können). Konzertreisen gibt es wenige, denn für die Reisespesen fehlen eigene Mittel. Das Orchester tritt alle zwei Jahre auf bei den Barockfestspielen in Santa Cruz und wird gelegentlich zu Konzertreisen nach Europa eingeladen. 2007 waren einige Schüler sogar in Deutschland, 2009 steht eine Einladung aus Spanien auf dem Plan – wahrscheinlich Marbella.
Viele Instrumente sind Geschenke von Institutionen und Privatleuten. Auch das Notenmaterial stammt größtenteils aus Privatbeständen. Es ist amüsant, darin zu blättern, besonders weil man gelegentlich auf handgeschriebene Widmungen wie diese stößt:Für meinen lieben Max zu Weihnachten 1896 von Deiner Tante Hedwig aus Dessau.
 Übergabe der Flöten Einer Bitte auf den Webseiten des Urwaldorchesters aus Urubichá zufolge habe ich auf meiner Reise im Februar 2009 einige Flöten als Geschenk mitgebracht. Sie stammen aus dem Schatz meiner Schwester Dagmar Orth aus Felde/Kiel (eine brillante Flötistin bis weit über die Grenzen von Westensee hinaus bekannt). Im Beisein des directore, secretario und hermana Ludmila hat Maestro Wilson die Flöten in Empfang genommen:- Eine Tenorflöte aus Holz
- Eine Altflöte aus Holz
- Eine Sopranflöte aus Holz
- Vier Sopranflöten japanischer Provenienz (Yamaha)
Die Freude darüber war riesig, weil doch wieder mehreren Kindern der Zugang zur klassischen Musik geboten wird. Aber auch für den Schenkenden ist es eine Freude, denn die Kinder, die in Urubicha sich der klassischen Musik widmen, kennen kein Coca, keine Drogen, keine Computer-Ballerspiele. Übrigens gibt es (wohl wegen der Musik????) in Urubicha keine Kriminalität. Man konnte mir kein Verbrechen nennen, es gibt nicht einmal einen Dorfpolizisten, die Häuser und Grundstücke sind weder vergittert, noch mit Elektrozaun oder Stacheldraht abgegrenzt wie in anderen Orten von Lateinamerika.
 Musikschule imUrwald Wie kann man Urubicha helfen?
Das ist ganz einfach und für jeden erschwinglich. Und hier weiß man, daß schon eine kleine Investition direkt den Kindern in Urubicha zugute kommt, ohne daß Spesen, Provisionen oder Gebühren anfallen. - Noten mit klassischer Musik (jede Art von Noten sind erwünscht)
- Blasinstrumente aus Holz oder Metall
- Mündstücke für Holzinstrumente
- Saiten für Geige, Cello und Bratsche
- Notenhefte, Schreibmaterial, Tesafilm usw.
- Kleine Musikinstrumente, z.B. Blockflöten
WICHTIG: viele Dinge kann man in Bolivien billiger kaufen als in Deutschland. Daher sind natürlich auch Geldspenden sehr erwünscht. Diese werden verwendet für: - Gehälter der Professoren
- Reparaturen von beschädigten Instrumenten
- Für Telefon, Licht und Internet
- Ausbau der Musikschule
- Reisen zu Musikfestivals
Spendenkonto: Franziskaner Missionsverein in Bayern, Liga München Kotno 2212 218 und BLZ 750 903 00 Anschrift für Paketsendungen
Hermana Ludmila Wolf coro y orquesta Urubichá Casilla 337 Santa Cruz – Urubichá BOLIVIEN
E.Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Web: www.institutodemusicaurubicha.org (öffnet neues Fenster)
 Übungen am Klavier Mit der Deutschen Post (DHL) kann man Pakete bis zu 10 kg schicken. Auf den Papieren soll man unbedingt "Geschenk" notieren (spanisch: regalo), und als Wert 0,00 angeben. Wenn ein Wert genannt wird, muß die Musikschule dafür Importzoll zahlen, und der ist ziemlich hoch. (Also auch wer eine wertvolle Flöte verschickt, bitte Wert = 0 angeben!)
Schwester Ludmila bestätigt, daß öfters Pakete aus Deutschland ankommen. Zwar liegen sie lange in der Zollabfertigung, aber es hat bisher immer funktioniert.
Ein DHL-Paket kostet (mit dem Schifft) zur Zeit bis 5 kg = 40,- € und bis 10 kg = 55,- € (Stand Juni 2009)
|