1. Verkehr - Taxi, Bus, Bahn, Mietwagen, Flugzeugfolgende Themen werden nachfolgend behandelt: Eisenbahn: Eisenbahnen stehen nicht zur Verfügung (Ausnahme: Peru und Bolivien) Mietwagen:BILD CORSA (Max) Mietwagen habe ich in Mexico, Ecuador und Venezuela benutzt. Die kleinsten und einzig erschwinglichen) Autos sind wie bei uns Autos in der Größenordnung wie Opel Corsa. Die Preise sind wesentlich höher als in Europa. Das liegt wohl an dem hohen Risiko für Unfälle und Diebstahl. Obwohl man mit dem Bus jeden Punkt im Land äußerst preiswert und bequem erreichen kann, hat der Mietwagen den einzigartigen Vorteil der Unabhängigkeit und Flexibilität. Der technische Zustand der Autos ist ist schlechter als in Deutschland, dies auch bei renommierten Firmen wie Budget oder Hertz. Meine Autos hatten alle mehr als 40.000 km auf dem Tacho und einen technischen Zustand wie bei uns ein Auto mit 130.000 Tachostand. BILD Panne
Man achte unbedingt auf funktionsfähige Bremsen, richtiges Licht und gut eingestellte Scheibenwischer. Noch wichtiger ist das Reserverrad. Dieses unbedingt herausnehmen, Profil, Dellen in den Felgen und Reifendruck prüfen. Werkzeug für Reifenwechsel kontrollieren. (Auf jeder Reise habe ich mindestens einmal das Rad wechseln müssen.) Mit dem Mietwagen darf man nicht ins benachbarte Ausland fahren und ebenso nicht auf unbefestigten Straßen oder im Urwald. Ein verdrecktes Auto wird bei der Rückgabe erst einmal aufgebockt und von oben bis unten genau auf Schäden überprüft. Ein Schaden findet sich immer, und man muß cash dafür löhnen. Allerdings halten sich die Kosten in Grenzen. (Für einen Achsschaden nach einer wilden Fahrt durch den Urwald hatte ich in Quito ca. 150,- Euro zahlen muessen. In Deutschland wäre das wesentlich teurer geworden. Seit diesem Ereignis lasse ich mein Auto immer einen Tag vor Rückgabe waschen.) BILD Autowaschen Wie gut man in Lateinamerika versichert ist, ist für den Laien schwer erkennbar. So leihe ich mein Auto entweder bei einer deutschen Firma, oder ich schließe über den ADAC eine Zusatzversicherung für wenig Geld ab. Diese deckt eine eventuelle Versicherungslücke bei Zahlungen an Dritte. (Zum Glück habe ich nie einen Unfall gehabt). In Kolumbien habe ich aus Angst vor Guerrillas und der allgemein hohen Kriminalität kein Auto gemietet, sondern habe den Bus bevorzugt. Der Straßenverkehr ist sehr liberal in Lateinamerika. Sicherlich gibt es Regeln – doch wer kennt sie, und wer hält sich daran? Man fährt, wie es einem beliebt. So wie das lateinamerikanische Temperament ist auch die Fahrweise. (Ein echter deutscher Autofahrer, der ohne Recht und Ordnung auf der Straße nicht auskommt, sollte also tunlichst den Bus bevorzugen.) BILD Bus in COL Effektiv sind den Autofahrern wohl keine Grenzen gesetzt. Bei meinen mehr als 20.000 Fahrkilometern in Lateinamerika wurde ich nur einmal in Mexico wegen Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn bei Jimenez/Chihuahua angehalten. Obwohl ich nur die Fotokopie eines Führerscheins von 1968 hatte, gab man sich mit einer mündlichen Ermahnung zufrieden. Viele Autos sind – gemessen an deutschen TÜV-Normen – fahruntüchtig. Trotzdem fahren sie noch. Folgenden Verkehrs-Situationen erfordern defensives Fahrverhalten: BILD Kanaldeckel (COL) - Andere Verkehrsteilnehmer kennen genausowenig die Vorschriften
- Keiner hält sich an Verkehrschilder (bei Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h rasen manche Fahrzeuge mit 120 km/h, sofern das die Straße hergibt)
- Tiefe Schlaglöcher in der Straße (Felgenbruch!!!)
- Fehlende Kanaldeckel ohne Vorwarnung
- Ein LKW kommt auf der Überholspur in der Kurve entgegen
- Alles ist erlaubt – auch für die anderen
- Vorfahrt hat immer der Stärkere
Rechthaberei, Besserwisserei und lehrerhaftes Verhalten gibt es nicht. Die Toleranz im Straßenverkehr ist außergewöhnlich groß. Es wird zwar viel gehupt und geblinkt. Wenn diese Zeichen in Deutschland meist mit „Vollidiot“ zu interpretieren sind, so bedeuten sie in Lateinamerika lediglich ein freundliches HALLO. Sie können also unbesorgt an der Ampel an allen Autos vorbeifahren, sich ganz nach vorne zwängen, alle anderen Autos blockieren und sich als erster über die Kreuzung wagen. Jeder wird zwar versuchen, schneller voranzukommen und sie abzudrängen, aber keiner schimpft, flucht oder zeigt Sie deswegen an (Die Polizei macht es ja nicht anders). Selbst wenn Sie es an mehreren aufeinander folgenden Kreuzungen immer mit denselben „Gegnern“ zu tun haben. Topes BILD Topes
Besonders in Mexico findet man in Ortschaften zur Verkehrsberuhigung TOPES. Das sind Erhöhungen auf der Straße, die zur Reduzierung der Geschwindigkeit zwingen. Sie sind gelegentlich so hoch, daß man sie nur diagonal überfahren kann, ohne die Bodenplatte des Autos zu zerkratzen. Stellen Sie sich unbedingt darauf ein, daß man in den 1. Gang schalten muß – es ist auf Dauer echt nervig, aber eine 100% wirksame und sehr preiswerte Methode, die Geschwindigkeit zu reduzieren. StraßensperrenBILD Straßensperre Wundern Sie sich nicht, wenn die Straße plötzlich mit einem Seil versperrt ist, und wenn Eingeborene, Kinder oder dunkle Gestalten Geld für die Durchfahrt verlangen. Das ist in vielen Ländern üblich. Man soll sich nicht ängstigen oder ärgen, man muß einfach seine Einstellung ändern. Diejenigen, die dort Autos anhalten, sind meist bettelarm und bekommen auch vom Staat keine Ünterstützung. In der Verzweiflung erhebt man Straßenzoll. Dafür habe ich im Aschenbecher des Autos immer Kleingeld bereit liegen. In der Regel reicht ein Beitrag im Wert von unter 1 Euro, um die Durchfahrt zu ermöglichen. Ich beruhige mein Gewissen immer damit, daß ich armen Menschen einige Mittel zum Essen gegeben habe. MautstellenBILD MAUT Acapulco In vielen Ländern gibt es Mautstellen, bei denen man wie in Frankreich oder Italien Straßengebühren zahlen muß. In Mexico gibt es sehr viele diese Casetas de Cobro. Bei langen Fahrten, z.B. von Mexico-City bis Chihuahua summieren sich die „geringen Gebühren“ von 5,- bis 10,- Euro zu insgesamt 100,- bis 200,- Euro. Dafür geht es schnell voran. In Kolumbien gibt es kaum Autobahnen. Mautstellen findet man aber auch auf Bundesstraßen.. Den Sinn der Mautstellen erkennt man jedoch nicht. Vermutlich ist es einfach eine weitere Möglichkeit, Geld in die Staatskasse zu bekommen. StraßenzustandBILD Straße - Fluß In Mexico gibt es sehr viel Autobahn, der Zustand ist qualitativ hoch. Da die Gebühren im Verhältnis zu den vorhandenen Geldmitteln im Lande hoch sind, sind die Autobahnen fast leer und bieten die beste Möglichkeit, schnell voranzukommen. Andere Länder haben so gut wie keine Autobahn. Überlandstraßen, wie z.B. die Panamericana, sind wie normale Bundesstraßen in Deutschland, meist schmal und zweispurig, gelegentlich breiter und auch mal mehrspurig. Rechte der Fußgänger
In Kolumbien haben Fußgänger, Fahrrad- und Motorradfahrer keine Rechte im Straßenverkehr. Für diese gilt es, schnell, aufmerksam und defensiv zu regieren, sonst kann es böse enden. In Mexico hat sich das Verhältnis von Autofahren und Fußgängern wesentlich geändert. Bei meinem letzten Besuch 2007 haben mehrfach Autos ähnlich wie in Deutschland angehalten und mir den Vortritt beim Überqueren der Straße gelassen. Verkauf an der StraßeAn Kreuzungen, an Topes und an Mautstellen muß man zwangsläufig langsam fahren - eine ideale Gelegenheit für Straßenhändler, ihre Ware anzubieten. Meist sind dies Waren zum Essen oder Trinken, häufig aus eigener Produktion, typisch für diesen Ort oder diesen Landstrich. Vorsicht, wenn es um Wasserflaschen geht. Plastikflaschen werden gern mit Leitungswasser gefüllt werden und sind daher nicht keimfrei. Sonst habe ich nie Gefahren erkennen können. TaxiBILD Taxi (COL oder VW-Käfer) Taxis sind preiswert und überall zu finden. Taxis sind keine großen Limousinen wie von Mercedes oder Volvo, sondern meist ausgelutschte Kleinwagen oder Wagen der Mittelklasse: VW-Käfer, Renault, Fiat, Chevrolet, diverse Japaner. Es gibt genügend Taxis, deren Türen und Fenster nicht richtig schliessen. Sicherheitsgurte funktionieren selten. In Kolumbien ist der Kofferraum bei vielen Autos sehr klein, da im Kofferraum der Tank für Flüssiggas untergebracht ist. Aus Sicherheitsgründen läßt man vom Hotel ein Taxi rufen oder ruft selbst per Telefon über die Taxizentrale an. Bei nächtlichen Fahrten oder bei Fahrten durch unsichere Stadtteile unbedingt Fenster und Türen verriegeln, um sich beim Stop an Ampeln oder Kreuzungen vor Angriffen von Kriminellen zu schützen. Preise grundsätzlich vorher erfragen bzw. aushandeln. Ich habe noch nie ein Taximeter im Taxi gesehen. Man vereinbart vorher einen Festpreis. Vor Fahrtantritt unbedingt Kleingeld besorgen, denn ein Taxifahrer „hat selten Wechselgeld“. BILD Bogota Taxi El Dorado In allen Flughäfen und den großen Busterminals gibt es Taxi-Verkaufsstellen. Das sind offizielle Büros, bei denen man sein Taxi bucht. Man nennt das Fahrziel und erhält einen Computerausruck mit verbindlichem Preis. Daraufhin wird man zum Taxi geleitet. Dieses fährt zuverlässig zum Ziel, wo man dem Taxifahrer mit dem korrekten Betrag entlohnt. Das ist ein sicheres Verfahren! Am Busterminal in Bogotá wird sogar die Nummer des Taxis auf den Fahrschein gedruckt. Der Beamte sagt dann: „Steigen Sie nur in das Taxi mit der Nummer z.B. XML 322 und zahlen Sie nur genau die 10.000 Pesos.“ Name und Ausweis:Fast bei jeder Aktion muß man in Lateinamerika Name und Paßnummer mitteilen. Cédula = Personalausweis (gilt nur für Einheimische), pasaporte = Paß. Wer seine Paßnummer auswendig lernt, ist schneller beim Ausfuellen eines Formulars. Wer einen Namen hat, der in Spanisch schwer auszusprechen ist, vereinfache seinen Namen, sonst kann ihn niemand schreiben oder lesen. Meist ist die angabe des Names sowieso nur ein bürokratischer Akt und wird wohl nur benötigt, um die Selbstverwaltung aufzublähen. (Ich musste einmal sogar in Barquisimeto/Venezuela beim Kauf von Aspirin-Tabletten in der Apotheke Name und Paß-Nr. aufschreiben.) FlugzeugBILD AVIANCA Bei der Ankunft auf dem internationalen Flughafen ist Vorsicht geboten, denn sofort stürzen sich Hunderte von Einheimischen auf einen, um alles Mögliche anzubieten und zu verkaufen. Ich lasse mir daher gern etwas Zeit, um mich in Ruhe zu orientieren. Ich lehne grundsätzlich jedes Angebot ab. Nachdem ich Geld bei der Bank gewechselt habe, suche ich den Taxistand auf, um ins Hotel zu fahren, bzw. den Mietwagenstand, um den Mietwagen abzuholen. Inlandsflüge funktionieren wie bei uns. Erfreulicherweise sind auch bei kleinen Flugesellschaften das Buchen von Flügen und das Checkin über Internet möglich. BusNeben dem Taxi ist der Bus ist das Hauptverkehrmittel in Lateinamerika. Es gibt Busse m Stadtverkehr, im Nahverkehr und im Fernverkehr. Busse sind meist in einem schlechten äußeren und technischen Zustand. Aber man hat keine andere Wahl. Überlandbusse sind klimatisiert und meist besser in Schuß als Lokalbusse. Die Preise sind erfreulich niedrig und belasten kaum die Urlaubskasse. Viele Busse sind überfüllt. BILD BUS Stadtbusse und Nahverkehr Die Streckenlinien der Stadtbusse und Nahverkehrsbusse sind nur für Eingeweihte verständlich. So ist man auf Fragen bzw. auf Angaben im Reiseführer angewiesen. Es gibt Busse, die auf kurzem Wege und schnell ans Ziel kommen, andere Busse, die Umwege machen und mehr Zeit benötigen. Mit viel Glück erwischt man den besseren der beiden. Zum Einsteigen halten die Busse, wenn man winkt. Zum Aussteigen pfeift man, oder man ruft „parada“ (Haltestelle). Der Preis ist bei Stadtbussen meist auf die Windschutzscheibe geschrieben. In Cartagena kostet eine Stadtfahrt ca. 1.250 pesos (ca. 50 Cent). Manchmal bezahlt man beim Einsteigen, manchmal beim Aussteigen (sehen, wie es die anderen machen) In Kolumbien bekommt man sein Wechselgeld immer korrekt zurück. Bei Bussen im Nahverkehr kann der Preis nach Entfernung variieren. Man nennt sein Fahrziel und gibt sein Geld dem Busführer oder dem Schaffner. Wechselgeld wird korrekt zurückgegeben. BILD BUS mit Preis? Das Preissystem ist genial. Eine Fahrt im Bus kostet XY Pesos. Da gibt es keine Sondertarife für Kinder, für Schüler, für Auszubildende oder Senioren. Es gibt keine Tages-, Wochen- oder Monatskarte, keine Hin- und Rückfahrt, keine Happy-Hour-Karte, kein Gruppentarif, kein Wochenendtarif, keine Familienkarte. Weder sonntags bei Vollmond oder wenn Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen.......: es gibt nur einen einheitlichen Tarif. Wechselt man den Bus, muß man für den nächsten Bus wieder ganz normal bezahlen. Dieses System versteht jeder. Zweifel, Reklamationen, Über- oder Unterzahlung gibt es nicht. Fernbusse Es gibt verschiedene private Busgesellschaften, die den Fernverkehr organisieren. Sie starten am Busterminal und halten an wenigen (dem Fremden nicht bekannten) Stellen in der Stadt. An größeren Orten unterwegs kann man aus- oder zusteigen. Wegen der Klimaanlage kann es kühl im Bus werden. Großes Gepäck wird bei Im Flugverkehr mit einem Gepäckticket versehen und im Gepäckraum verstaut. Wenn man am Zielort das Gepäck in Empfang nimmt, wird das Ticket überprüft. Reiseführer warnen vor Verlust des Gepäcks. Man beachte diese Warnungen, obwohl ich niemals Probleme hatte. Busterminal (El terminal)
Fast jede Stadt hat ihren Busterminal, das entspricht unserem Hauptbahnhof. Die Busgesellschaften haben dort ihren Schalter. Bei Fernreisen ist es ratsam, tags zuvor seinen Platz zu reservieren. Auf dem Busterminal erkundigt man sich zuerst, welche Buslinien möglichst schnell und bequem fahren. An manchen Terminals gibt es auch Statistiken, welche Gesellschaft wieviel Unfälle mit Toten/Verletzten zu verzeichnen hatten. BILD Terminal Nun klappert man alle Schalter der Busgesellschaften ab und fragt nach Abfahrtszeiten, Fahrdauer und Preisen. Das Abklappern bekommen die benachbarten Gesellschaften mit. Da ein Konkurrenzkampf herrscht, kann man gut um den Preis verhandeln. (Mir wurde in Kolumbien mehrmals freiwillig ein Rabatt von bis zu 30% angeboten – übrigens ohne Haken und Ösen!) Die Busgellschaften haben in den Zentren der größeren Städte auch Verkaufsbüros, auch können Karten gelegentlich bei Reiseagenturen gekauft werden. In großen Städten kann man das Ticket mit Kreditkarte bezahlen. Die Plätze sind meist numeriert. Die Busse sind klimatisiert, bequem, und haben viel Platz für lange Beine. Bordtoilette ist meist vorhanden. BILD Busverkäufer Während der Busfahrt gibt es in Kolumbien immer laute Musik (Vallenato) und Videofilme, meist schreckliche Gewaltfilme. Unterwegs steigen Straßenhändler in den Bus, um ihre Waren zu verkaufen. Knabberkram, Trinken, Essen, Sonnenbrillen und irgendwelchen Schnickschnack. Manche Händler verteilen erst an jeden Fahrtgast ihr Produkt, halten dann eine Rede und sammeln anschließend das Produkt wieder ein, in der Hoffnung, daß es der Fahrgast doch noch kauft. Mittags macht der Bus meist Halt an einer Raststätte und gibt den Gästen Zeit zum Essen und Austreten. |